Warum braucht Freiburg ein Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus?

Ich finde es ungemein wichtig, dass Freiburg einen Ort der Erinnerung bekommt. Die Geschehnisse und Verbrechen während der Zeit des Nationalsozialismus dürfen wir nie vergessen. Das Wissen über die Vergangenheit hilft uns, die Gegenwart besser zu verstehen – und verantwortungsbewusst die richtigen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. Unserem Doku-Zentrum kommt dabei eine wichtige Rolle zu.

Martin Horn, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg

Freiburg braucht ein Dokumentationszentrum zum Nationalsozialismus, um uns als Bürger_innen dieser Stadt daran zu erinnern, wohin uns Hass und Ausgrenzung führen können. Wir müssen uns solchen Tendenzen in unserer Mitte entschieden entgegen stellen. Dabei sind Gedenken und Bildung die wichtigsten Bausteine.

Ulrich von Kirchbach, Erster Bürgermeister
der Stadt Freiburg

Erinnern ist Lernen für die Zukunft. Die Bedrohungen der Demokratie machen deutlich, wie anfällig offene Gesellschaften und einzelne Menschen für autoritäre „Versuchungen“ sind. Erinnern soll uns mahnen, aufmerksam zu bleiben, nicht stillzuhalten und wegzusehen, sondern sich aktiv für die Demokratie zu engagieren. Gelebte Erinnerungskultur ist unverzichtbar für die politische Bildung von heute.

Prof. Dr. Michael Wehner,
Landeszentrale für politische Bildung Freiburg

Nun, da die letzten Zeitzeug_innen sterben, braucht jede deutsche Großstadt ein NS-Dokumentationszentrum. Es geht darum, dass im Bewusstsein bleibt, dass der Nationalsozialismus ein Phänomen war, das nicht wie eine Naturgewalt gekommen ist, sondern dass er überall in Deutschland seine Leitfiguren und Anhänger hatte. Das gilt auch für das heute im Zentrum so beschaulich und romantisch wirkende Freiburg.

Prof. Dr. Felix Hinz,
Pädagogische Hochschule Freiburg

Ohne Vergangenheit weder Gegenwart noch Zukunft.

Tomas Wald, Roma- Büro, Freiburg

Freiburg muss ehrlich sein: Nicht verschweigen, dass auch hier Nazis Verbrechen begingen. Vor allem junge Menschen sollen hier lernen, Menschenrechtsverletzungen zu ächten und demokratische Werte zu verteidigen. Opfer ehren: Ihrer ist zu gedenken; Täter und Mitläufer_innen nennen; Widerständler und Retter_innen als Leitbild zeigen; Lernen an einem authentischen Ort bereichert den Bildungsprozess.

Wolfgang Dästner,
Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.

Es ist wichtig zu zeigen, dass all diese Gräueltaten auch hier direkt in Freiburg geschehen sind und eben nicht weit, weit weg passiert sind.

Barbara Kaiser-Burkart, AK "NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute"
der Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V.

Wir brauchen ein NS-Dokuzentrum, um unsere schmerzlich vermissten Angehörigen der Vergessenheit zu entreißen.

Ingrid Wagner, AK „NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute“ der Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V.

Freiburg braucht ein Dokumentationszentrum, damit all die aufgrund von Rassismus, Sexismus, Eugenik und politischer Gesinnung verfolgten und ermordeten Menschen nicht vergessen werden. Das Dokumentationszentrum soll uns ermahnen, wachsam zu sein für ausgrenzende Strömungen sowie einzutreten für eine tolerante, von Vielfalt geprägte, demokratische und offene Gesellschaft, die jedem Menschen Teilhabe ermöglicht.

Friedhilde Rißmann-Schleip, AK "NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute" der Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V.

Als Mitbegründer der mit Marlis Meckel und Peter Künzel 2009 ins Leben gerufenen Initiative „Freiburg braucht eine Mahn- und Gedenkstätte“ empfinde ich das Fehlen eines erst jetzt geplanten NS-Erinnerungsorts als schmerzliches Manko Freiburgs. Dadurch ist der Zugang zu der im Gedächtnis der Stadt verankerten terroristischen NS-Diktatur bis heute verwehrt.

Andreas Meckel, Initiative "Freiburg braucht eine Mahn- und Gedenkstätte"

„Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen.“
Will Freiburg Primo Levis, des Auschwitzhäftlings bitter lapidare  Feststellung wirklich ernst nehmen, dann muß  das Freiburger NS-Dokumentationszentrum:
- aller seiner Opfer erinnern, - die verübten Untaten, ihre Voraussetzungen wie auch ihre Konsequenzen für die Stadt Freiburg und das Umland erforschen, - die Ergebnisse dieser Nach-Forschungen vermitteln“.

Franz Brockmeyer, Gertrud-Luckner-Bibliothek

In der NS-Zeit wurden homosexuelle Männer nach § 175 verfolgt. Mehr als 5.000 von ihnen kamen in ein KZ, mehr als die Hälfte von ihnen wurde dort ermordet. Dieser "Homosexuellen-Paragraph" galt in der BRD unverändert bis 1969. Alle, die nicht heterosexuell lieben oder nicht den Geschlechterrollen entsprechen, schmerzt die Erinnerung. Nie wieder darf Liebe oder Geschlecht Grund für Verfolgung sein.

Mathias Falk, William Schafer, Rosa Hilfe Freiburg e.V.

Geschichte wird auf kommunaler Ebene real. Hier kann man konkret sehen und lernen, wie eine Diktatur entsteht, wie sie sich durchsetzt, wen sie ausgrenzt und vernichtet, warum sie erfolgreich ist und welche katastrophalen Schäden sie hinterlässt. Wer sich dafür nicht interessiert, hat auch kein Interesse an aktuellen Entwicklungen, die unsere Demokratie bedrohen.

Prof. Dr. Thomas Schnabel, Historiker, Stuttgart

Für mein Projekt „STOLPERSTEINE in FREIBURG“ wollte ich von Anfang an, dass die erarbeiteten Biografien der Verfolgten des Nazi-Terrors in einem Dokumentationszentrum zugänglich gemacht werden. Dann können die Leidenswege dieser unschuldigen Menschen dazu dienen, dass daraus die entsprechenden notwendigen Lehren für die Gegenwart und Zukunft gezogen werden.

Marlis MeckelGründerin der Stolpersteininiative Freiburg und Initiative "Freiburg braucht eine Mahn- und Gedenkstätte"

In Zeiten, in denen eine Zunahme von Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Intoleranz konstatiert werden müssen, kann der Geschichtsvergessenheit nur dadurch entgegengewirkt werden, dass ein Gedenkort entsteht, der Geschichte wahrnehmbar macht. Nur durch eine fundierte und mit historischen Objekten untermauerte Darstellung der Geschichte (Visual History) kann das Bewusstsein erweitert werden und präventiv gegen Verfolgungsmythen vorgegangen werden.

Irina Katz, Israelitische Gemeinde Freiburg

Weil viel zu viele viel zu wenig darüber wissen, warum der Nationalsozialismus in Deutschland möglich war und wohin ausgrenzendes, völkisches, rassistisches, fanatisches Denken in Verbindung mit „Fake News“ geführt haben und erneut führen können, wenn wir meinen, auf die immer wieder und immer weiter fortgeführte Auseinandersetzung mit diesem Teil unserer Geschichte verzichten zu können.

Dr. Christoph Schmider, Erzbischöflicher Oberarchivdirektor

Für junge Menschen ist ein NS-Dokumentationszentrum eine wahre Bereicherung. Man erfährt während der Schulzeit sehr wenig über die NS-Vergangenheit der eigenen Stadt. Oftmals ist man sich darüber gar nicht bewusst, was in der eigenen Nachbarschaft während der NS-Zeit geschehen ist. Es ist meines Erachtens sehr wichtig, jungen Menschen die Möglichkeit zu bieten, die Geschichte ihrer eigenen Stadt zu erfahren. Somit können sie ihre Heimat besser kennen lernen und ein neues Bewusstsein für die Vergangenheit dieser entwickeln.

Melissa Maggiore, Studentin aus Freiburg

Freiburg i. Br., die Stadt von vielen leider bekannten und aktiven Nazi-Unterstützern, soll ein Dokumentationszentrum über den Terror des NS-Regimes errichten. Und dabei die Frage stellen: Warum solch ein tödlicher Hass? Zum ewigen Andenken daran, dass viele heimische Menschen, Juden, Roma, politische Gegner, Homosexuelle, Behinderte, getötet worden sind. Der jüdischen Gemeinde Freiburgs gehörten noch 1933 rund 1200 Personen an, davon sind 360 nach Gurs deportiert, und 351 Mitglieder der Gemeinde in den Konzentrationslagern ermordet worden.

François Blum, Nachkommen, Verwandte und Freunde der Mitglieder der ehemaligen israelitischen Gemeinde Freiburg e. V.

Das Haus

Im 1936 erbauten, ehemaligen Verkehrsamt am Rotteckring entsteht bis 2023:

  • ein Ort der Information über die Zeit des Nationalsozialismus in Freiburg (mit einer Dauerausstellung sowie wechselnden Sonderausstellungen)
  • eine Anlaufstelle für Dokumentation und Forschung über die Zeit des Nationalsozialismus in Freiburg (u. a. Übernahme des Nachlasses von Gertrud Luckner sowie Teile der Gertrud-Luckner-Bibliothek, Kooperationen mit Universitäten, Archiven sowie Einrichtungen und Initiativen in Südbaden und darüber hinaus)
  • ein zentraler Ort der Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (öffentlich zugänglicher Gedenkraum im überdachten Innenhof des Hauses und Möglichkeit des stillen Gedenkens)
  • ein Bildungs- und Diskussionsraum, mit Fokus auf die Themen Demokratie und die Diversität (Workshops, Podiumsdiskussionen, Lesungen, z.B. im "HistoryLab", dem Geschichtslabor für Jugendliche und junge Erwachsene, digitale Vertiefungsangebote)

Auch wenn das Dokumentationszentrum seine Türen erst im Jahr 2023 für Besucher_innen öffnet, nimmt die inhaltliche Arbeit schon jetzt Gestalt an.

Für die Jahre 2021 bis 2023 sind bereits geplant:

  • Konzeption und Realisierung von Zeitzeugeninterviews in Kooperation mit dem SWR-Studio Freiburg
  • Workshops, Diskussions- und Vortragsveranstaltungen, z.B. in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung
  • Konzeptionsworkshops mit Freiburger Schulen zum Thema "Erinnerungskultur 4.0"
  • Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Institutionen aus Freiburg und Südbaden

Falls Sie Interesse an einer Zusammenarbeit haben oder mit uns in den Austausch treten möchten, freuen wir uns über Ihre Nachricht:julia.wolrab@stadt.freiburg.de

Außenansicht Verkehrsamt (Foto: Stadtarchiv M 7040-13)

Was ist konkret geplant?

Auf rund 800 Quadratmetern wird erstmals eine Einrichtung geschaffen, die sich explizit mit der Geschichte Freiburgs im Nationalsozialismus befasst. Die Dauerausstellung wird über drei Stockwerke die Zeit von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart im Jahr 2023 beleuchten. Ein multiperspektivischer Zugang zu dieser Geschichte bildet die Basis der Ausstellungserzählung.

Dabei geht es über einfache Schwarz-Weiß-Dichotomien hinaus. Nicht nur die Geschichte der "Täter" auf der einen und der "Opfer" auf der anderen Seite soll hier erzählt werden. Interessant sind die Grautöne: Warum hat sich ein Mensch, der die SS unterstützt hat, für die Rettung von Jüdinnen und Juden eingesetzt? Warum hat ein Mensch, der mit einer jüdischen Familie befreundet war, sich später an ihrem Besitz bereichert? Wie kam es dazu, dass ein Mensch, der die nationalsozialistische Ideologie unterstützt und gelebt hat, nach 1945 wieder erfolgreich in der Stadtverwaltung tätig sein konnte?

Es gilt dabei, kontinuierlich neue Fragen aufzuwerfen und diese zu diskutieren, sich mit neuen Forschungserkenntnissen auseinanderzusetzen und zu fragen: Was haben diese mit unserer Gegenwart heute zu tun?

Das Dokumentationszentrum soll ein Haus sein, das Dialog, Kooperation und Auseinandersetzung ermöglicht – ohne erhobenen Zeigefinger, aber mit einer klaren Haltung: dem Bekenntnis zu unserer demokratischen Gesellschaft, in der Diskriminierung, Ausgrenzung und Abwertung keinen Platz haben.

Neben dem Dokumentationszentrum soll 2023 auch die Landeszentrale für politische Bildung in das Haus am Rotteckring 14 einziehen. Die unmittelbare Nachbarschaft sowie zahlreiche thematische Schnittmengen bieten beiden Institutionen eine gute Basis für Austausch, Zusammenarbeit und gemeinsame Veranstaltungen im Herzen von Freiburg.

Die Skizzen der Innenansichten bilden den aktuellen Planungsstand (April 2021) ab und können sich im weiteren Verlauf verändern und ausdifferenzieren. Die Skizzen der Ausstellungsräume wurden vom Gestaltungsbüro gewerkdesign angefertigt, die Skizze des Gedenkraums von mArtin Architekten Freiburg in Zusammenarbeit mit gewerkdesign.

3D-Modell von oben
3D-Modell Tresen
3D-Modell Eingang
3D-Modell Gedenkraum

Am Beispiel des Ausstellungsclusters 2, in dem es um die Ein- und Ausschlussmechanismen der nationalsozialistischen Diktatur gehen wird, sehen Sie hier (4,458 MB) den siegreichen Wettbewerbsentwurf des Gestalterbüros gewerkdesign. Anhand des nachempfundenen Straßenzugs der Kaiser-Joseph-Straße werden unterschiedliche Schicksale, Biografien und historischen Begebenheiten im Untergeschoss des Hauses erzählt.

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Die Dauerausstellung setzt sich mit den Strukturen und der Ideologie des Nationalsozialismus auseinander, aber auch mit der Freiburger Gesellschaft, die diesen in weiten Teilen getragen hat. Warum konnten sich immer mehr Menschen für den Nationalsozialismus begeistern oder haben ihn zumindest nicht in Frage gestellt?

In einem zentralen Cluster der Ausstellung sowie im Gedenkraum des Hauses werden die Menschen im Mittelpunkt stehen, die das System ausgeschlossen hat, die diskriminiert, verfolgt, vertrieben und ermordet wurden. Sie waren Freiburger_innen, die ihren Berufen nachgegangen sind, angesehene Bürgerinnen und Bürger der Stadt, deren Familien hier verwurzelt waren. Sie haben Freiburg geprägt und durch ihre kulturellen, gesellschaftlichen und religiösen Identitäten bereichert. Sie hinterlassen bis heute eine Lücke, die nie geschlossen werden kann.

Gab es Widerstand in Freiburg? Wenn ja, wie sah dieser aus? Was konnte jede und jeder Einzelne innerhalb des Systems tun, um sich für verfolgte Mitmenschen einzusetzen? Und warum haben die allermeisten doch weggesehen?

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Die Gewalt des Nationalsozialismus wirkte nicht nur nach innen, sondern auch nach außen. Der Angriffskrieg wurde von Anfang an mitgedacht und vorbereitet. Wie der "Alltag des Krieges" in Freiburg wahrgenommen und welche traumatische Wirkung vor allem die Bombardierung der Stadt am 27. November 1944 bei vielen hinterlassen hat, wird in der Ausstellung thematisiert.

Das Kriegsende, der Wiederaufbau der Stadt sowie der Aufbau demokratischer Strukturen durch die Alliierten stehen der langen Verdrängung und Leugnung der eigenen Vergangenheit gegenüber. Auch Freiburg hat sich schwer getan mit der Etablierung einer Erinnerungskultur an die Zeit des Nationalsozialismus. Sie musste vielmehr von den Hinterbliebenen der Ermordeten sowie engagierten zivilgesellschaftlichen Organisationen selbst immer wieder eingefordert werden. Die Geschichte der verdrängten Aufarbeitung, die bis in die Gegenwart reicht, wird Teil des letzten Ausstellungsclusters sein.

Die Einrichtung eines Dokumentations- und Informationszentrums in Freiburg wird seit vielen Jahren u. a. von der Initiative "Freiburg braucht eine Mahn- und Gedenkstätte" gefordert. Dem zivilgesellschaftlichen Engagement von Freiburger Bürger_innen wie Marlis Meckel ist es zu verdanken, dass diese Idee in der Vergangenheit kontinuierlich auf den Tisch gebracht wurde. Der Weg bis zu einer Realisierung dieser Idee war nicht einfach. Eine Einrichtung durch die Stadt wurde zunächst immer wieder verschoben, u. a. aus Kostengründen. Auf dem Weg zur Umsetzung gab es schließlich zwei wichtige Impulse:

Im Augustinermuseum konnte im Jahr 2016 erstmals eine Sonderausstellung zum Thema "Nationalsozialismus in Freiburg" gezeigt werden. Die Arbeiten an dieser Ausstellung machten deutlich, wie viele Leerstellen es zum Thema Nationalsozialismus in Freiburg noch gibt und gleichzeitig, wie groß das öffentliche Interesse daran ist. Insgesamt besuchten die Ausstellung, die von 26. November 2016 bis 7. Oktober 2017 gezeigt wurde, über 80.000 Personen. Die Idee für ein Informations- und Dokumentationszentrum sollte daraufhin endlich konkret werden.

Fast parallel dazu wurden bei Umbaumaßnahmen auf dem Platz der Alten Synagoge im Jahr 2016 Fundamentsteine der Alten Synagoge gefunden. Um würdig an die Geschichte der Freiburger Synagoge erinnern zu können, sollten diese dauerhaft in einen an das Dokumentationszentrums angegliederten Gedenkraum integriert werden. Die aufgefundenen Synagogensteine machten den Aufbau eines Dokumentationszentrums noch notwendiger. 

Am 24. Juni 2018 fasste der Gemeinderat schließlich einstimmig den Grundsatzbeschluss zur Einrichtung eines Dokumentationszentrums zum Nationalsozialismus in Freiburg, dessen Umsetzung nun erfolgt.


Umbau

Der Umbau des ehemaligen Verkehrsamts am Rotteckring wird voraussichtlich Mitte des Jahres 2022 beginnen.

Schon jetzt laufen die Vorbereitungen zwischen städtischer Verwaltung, dem Architekturbüro mArtin Architekten sowie den Gestalter_innen von gewerkdesign auf Hochtouren. Denn: Es gibt noch viel zu tun! So muss zum Beispiel der Innenhof des Gebäudes überdacht werden – er wird zum späteren Ort des Gedenkens.

Links finden Sie einen Videorundgang durch das Erd- und Untergeschoss des künftigen Dokumentationszentrums.

Wer ist beteiligt?

Das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus gehört organisatorisch zu den Städtischen Museen Freiburg.

Ohne das ehrenamtliche Engagement und die Mitwirkung von engagierten Persönlichkeiten im Beirat, im Arbeitskreis Gedenken sowie in der Historiker_innen-AG wäre der Einrichtungsprozess jedoch nicht möglich.

Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang (in alphabetischer Reihenfolge):  

  • François Blum, Nachkommen, Verwandte und Freunde der Mitglieder der ehemaligen israelitischen Gemeinde Freiburg e. V.
  • Franz Brockmeyer, Gertud-Luckner-Bibliothek Freiburg
  • Wolfgang Dästner, Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.
  • Rosita Dienst-Demuth, Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule Freiburg
  • Hans-Georg Dietrich, Schuldekan Evangelische Landeskirche Baden
  • Christina Eckert, Universität Freiburg
  • Mathias Falk, Rosa Hilfe Freiburg e.V.
  • Jost Grosspietsch, Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Gedenkstätteninitiativen Baden-Württemberg (LAGG)
  • Cornelia Haberlandt-Krüger, Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher e.V.
  • Dr. Katrin Hammerstein, Fachbereich Gedenkstättenarbeit, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg
  • Max Heinke, VVN-BdA Freiburg
  • Detlev Heyder, Anwalt, Kanzlei Heyder – Klie – Schindler, Freiburg
  • Prof. Dr. Felix Hinz. Pädagogische Hochschule Freiburg
  • Dr. Andrea Hoffend, Lernort Zivilcourage und Widerstand e. V.
  • Barbara Kaiser-Burkart, AK „NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute“ der Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V.
  • Irina Katz, Israelitische Gemeinde Freiburg
  • Jessica Mack, Geschichtswerkstatt der Lessing-Realschule Freiburg
  • Prof. Dr. Bernd Martin, Historisches Seminar der Universität Freiburg
  • Marlis und Andreas Meckel, Stolpersteininitiative Freiburg und Initiative „Freiburg braucht eine Mahn- und Gedenkstätte“
  • Monika Rappenecker, Projekt „Nazi-Terror gegen Jugendliche“
  • Friedhilde Rißmann-Schleip, AK „NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute“ der Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V.
  • Sylvia Schliebe, Egalitäre Jüdische Chawurah Gescher e.V.
  • Dr. Christoph Schmider, Diözesanstelle Archive, Bibliotheken, Schriftgutverwaltung der Erzdiözese Freiburg
  • Prof. Dr. Gisela Riescher, Seminar für Wissenschaftliche Politik der Universität Freiburg
  • Prof. Dr. Thomas Schnabel, ehem. Direktor des Hauses der Baden-Württembergischen Geschichte Stuttgart
  • Dr. Heinrich Schwendemann, Historisches Seminar der Universität Freiburg
  • Ingrid Wagner, AK „NS-Euthanasie und Ausgrenzung heute“ der Freiburger Hilfsgemeinschaft e.V.
  • Bernd Wagner, DGB Stadtverband Freiburg
  • Tomas Wald, Roma-Büro Freiburg
  • Prof. Dr. Michael Wehner, Landeszentrale für politische Bildung Freiburg
  • Erika Weisser, VVN-BdA Freiburg
Meldung vom 21.06.2021

(Richtiges) Erinnern - aber wie?

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