Wanderausstellung der Arolsen Archives

#StolenMemory auf dem Platz der Alten Synagoge

Ausstellungscontainer

Die Open-Air-Wanderausstellung "#StolenMemory" der Arolsen Archives macht Halt auf dem Platz der Alten Synagoge in Freiburg. Das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus lädt Besucherinnen und Besucher ein, die Schau ab Donnerstag, 25. August, in einem aufklappbaren Übersee-Container zu besichtigen. Sie läuft bis Mittwoch, 21. September und ist montags bis samstags zwischen 10 Uhr und 18 Uhr geöffnet. Im Mittelpunkt steht der letzte Besitz von KZ-Inhaftierten und die Frage, wie er an die Familien der Opfer zurückzugeben werden kann. Die Bevölkerung ist zur aktiven Mitarbeit eingeladen.

Plötzlich taucht eine Brieftasche oder eine Uhr auf. Und manchmal eine Geschichte, von der niemand etwas wusste: Ob Eheringe, Füller oder Fotos – all diese persönlichen Gegenstände, sogenannte „Effekten“, wurden Häftlingen bei ihrer Ankunft in den Konzentrationslagern von den Nationalsozialisten abgenommen. #StolenMemory ist eine Kampagne zur Rückgabe dieser Gegenstände an die Angehörigen. Über 600 Familien konnten seit dem Start im Jahr 2016 bereits gefunden werden. Was empfinden die Kinder und Enkel, wenn sie diese Erinnerungen in den Händen halten? Die Ausstellung zeigt Bilder solcher „Effekten“ und erzählt vom Schicksal von zehn NS-Verfolgten.

Die Arolsen Archives sind das internationale Zentrum über NS-Verfolgung mit dem weltweit umfassendsten Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Unterstützt und gefördert werden sie bei den Wanderausstellungen durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie durch die diplomatischen Vertretungen der USA in Polen und Deutschland und das belgische Außenministerium.

Begleitend zur Ausstellung bietet die Website stolenmemory.org interessante Einblicke: Kurze, animierte Filme und Geschichten erzählen von den individuellen Schick­salen der Opfer der Nationalsozialisten. Diese Materialien wurden speziell für Jugendliche entwickelt und im Juni 2021 mit dem Grimme Online Award in der Kategorie „Wissen und Bildung“ ausgezeichnet.  Auf der Website steht zudem umfangreiches pädagogisches Material zum kostenlosen Download zur Verfügung, das von Schulen und Bildungs­einrichtungen auf allen Stationen der Wanderausstellung genutzt werden kann.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung in Freiburg umfasst Führungen durch die Ausstellung und mehrere Vorträge und Gespräche. Einen gemeinsamen inhaltlichen Schwerpunkt stellt die Erforschung ‚gestohlener‘, marginalisierter und bisher wenig beachtetet Erinnerungen dar.
In der Mini-Reihe „Familien-Erkundungen“ berichten zwei Angehörige von Verfolgung betroffener Familien davon, wie sie durch konkrete, vermeintlich kleine Dinge – ein Reisepass und ein Stolperstein – auf die größeren damit verwobenen Familiengeschichten stießen und welche enorme Bedeutung sie auf diese Weise für sie entfalteten. In der Mini-Reihe „Zwangsarbeit in Freiburg erforschen“ berichten professionelle Forscher_innen von ihren regionalen Projekten und verweisen dabei auf die Bedeutung, die die Aufarbeitung des Massenverbrechens NS-Zwangsarbeit für die Opfer wie auch die gegenwärtige plurale Gesellschaft hat – sofern sie stattfindet.

Begleitprogramm

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung finden mittwochs (31.8./7.9./14.9.) um 18 Uhr statt. Die Teilnehmer_innenzahl ist auf 15 Personen begrenzt.
Führungen für Gruppen können bei museumspaedagogik@stadt.freiburg.de angefragt werden.
Alle Veranstaltungen (inkl. Führungen) sind kostenfrei.

Eröffnung der Ausstellung #StolenMemory
Mit Charlotte Großmann und Julia WolrabDonnerstag, 25.8.2022 um 17:30 Uhr

Gespräch – Familien-Erkundungen mit Nicola HanefeldDonnerstag, 8.9.2022 um 19 Uhr

Vortrag – Zwangsarbeit in Freiburg und der Region erforschen
von Ulrich Ecker und Claudius Heitz
Donnerstag, 15.9.2022 um 19 Uhr

Gespräch – Familien-Erkundungen
mit Jirka Schwarzkopf
Montag, 19.9.2022 um 19 Uhr

Finissage der Ausstellung #StolenMemory
Mit Konzert
Dienstag, 20.9.2022 um 21 Uhr

ABGESAGT: Vortrag  – Zwangsarbeit in Freiburg erforschen
von Maxilene Schneider
Donnerstag, 22.9.2022 um 19 Uhr

(Erstellt am 05. August 2022)