Gastbeitrag

Das Blaue Haus in Breisach am Rhein

Bild: Dauerausstellung im Blauen Haus

Das Blaue Haus ist eine Gedenk- und Bildungsstätte für die Geschichte der Juden am Oberrhein, ein außerschulischer Lernort, Zentrum für Begegnungen sowie für Kunst und Kultur. Imehemaligen jüdischen Gemeindehaus, das mitten im  jüdischen Viertel Breisachs lag, werden mehr als 700 Jahre Geschichte lebendig.

Räume für vielfältige pädagogische Angebote

Die Dauerausstellungen  "Jüdisches Leben in Breisach 1931" und "Nach der Shoah"  wurden 2019 und 2021 in den Wohnräumen der Kantorenfamilie Eisemann eröffnet. Veranstaltungen und Bildungsangebote am authentischen Ort erinnern an das Leben der jüdischen Familien und Gemeinden, das Zusammenleben von Christen und Juden und an das gewaltsame Ende während der Nazidiktatur durch die Deportation der Breisacher jüdischen Gemeinde im Oktober 1940  in das Lager Gurs in Südfrankreich.. Mit den jüdischen Familien weltweit wird an der Dokumentation ihrer Schicksale gearbeitet, die so "aus dem Exil zurückkehren".

In jedem Ausstellungsraum: der Küche, dem Herrenzimmer, dem Kinderzimmer und dem Gemeindezimmer laden Hörstationen dazu ein, etwas über den Alltag im Hause von Familie Eisemann und vom Leben der jüdischen Gemeinde zu erfahren. Es ist das Jahr 1931, noch besteht einerelativ gute Nachbarschaft zwischen Christ*innen und Juden*Jüdinnen, die Familie bereitet sich auf das Pessachfest vor.

Die Gestaltung des Gemeindezimmers führt die Besucher*innen in das Frühjahr 1939, als die Restgemeinde einen Betraum einrichtete und sich heimlich zum Gottesdienst traf..

Im Raum „Nach der Shoah“ werden die Lebenswege der Mitglieder der Kantorenfamilie Eisemann dargestellt. Wer konnte wie die Verfolgung überleben, wer hat geholfen und wer wurde ein Opfer der Shoah? Wo leben die Nachkommen heute?
Mit Fotos, Texten und Hörspielen nach wahren Begebenheiten wird versucht, Antworten zu geben. 

In einem Schaudepot zeigt das Blaue Haus Objekte, die ihm von Holocaustüberlebenden und ihren Nachkommen seit der ersten Begegnungswoche 2000 anvertraut wurden. Hinzu kamen einige Fundstücke aus heutigen Breisacher Familien. Diese Objekte helfen dabei, die Alltags- und Festkultur kennenzulernen und zu erfahren, was den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Breisachs widerfahren ist. Eine interaktive Erkundung wird mit einer Forschungsstation angeregt.

Pädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche ab der 2. Klasse

Die Dauerausstellung „Gurs 1940“, von der Gedenkstätte Haus der Wannseekonferenz in Berlin in Zusammenarbeit mit Institutionen und Personen in Baden, Rheinland-Pfalz und dem Saarland erarbeitet wurde, wird am 24. Oktober 2021 im Garten des Blauen Hauses eröffnet. Die Ausstellung wird mit lokalen und regionalen Tafeln ergänzt, die die neuen Forschungsergebnisse  der beiden Historiker Dr. Robert Neisen und Dr. Bernd Hainmüller zeigen.

Damit beginnt eine Kooperation mit dem NS-Dokuzentrum, dessen Entstehung die Gedenkstätte von Anfang an mit Interesse und im Dialog mit den Beteiligten verfolgt. Die Ausstellung wird in Freiburg digital präsentiert und erhält in Breisach einen analogen Ort: Der Weg aller badischen Deportierten im Oktober 1940 führte von Freiburg nach Breisach und über die Breisacher Rheinbrücke.

Die Dauerausstellung „Gurs 1940“ lädt Schüler*innen, Student*innen, Lehrkräfte und Ehrenamtliche dazu ein, lokale, regionale und europäische Dimensionen dieser erschütternden Ereignisse neu zu reflektieren.

Das Team des Blauen Hauses freut sich über Ihren Besuch!

www.blaueshausbreisach.de
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(Erstellt am 30. September 2021)